Für die Arbeit mit Geflüchteten

Wir führen Schulungen zur Sensibilisierung für die Situation von LSBTIQ*-Geflüchteten direkt in Unterkünften durch und bieten diese auch für Mitarbeiter_innen von Ämtern und Behörden an.

Ziele der derzeit vier- bis sechsstündigen Schulung sind:

  • Sensibilisierung der Teilnehmenden für die Situation von LSBTIQ*-Geflüchteten
  • Vermittlung von Basiswissen zur rechtlichen, politischen und sozialen Situation von LSBTIQ*-Geflüchteten in Deutschland und in den Herkunftsländern
  • Vermittlung von Basiswissen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt
  • Auseinandersetzung mit Werten und Normen in der interkulturellen Begegnung
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Präventions- und Schutzkonzepten
  • Stärkung von Handlungs- und Verweisungskompetenz
  • Handreichung von Informationsmaterial und weiterführenden Kontakten

Durch die Zusammenarbeit zunächst mit dem Flüchtlingsrat NRW und schließlich durch die Unterstützung des jetzigen Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) können wir in Unterkünfte fahren und vor Ort schulen. Das MKFFI finanziert seit Anfang 2017 für diese Arbeit eine halbe Projektstelle im rubicon Köln. Katja Schröder aus der AG Schulung arbeitet auf dieser Stelle. Auf diese Weise konnten wir seit Herbst 2016 bis heute (1) über 40 NRW-weite Schulungen sowohl in Landeseinrichtungen, kommunalen Einrichtungen als auch in städtischen Behörden durchführen.

Interesse? Kontaktieren Sie Katja Schröder:
E-Mail: katja.schroeder@rubicon-koeln.de | Telefon +49 162 5 25 50 86

Wie es dazu kam:

Nach ersten Kontakten mit Geflüchteten wurde schnell klar, dass diese sich in Unterkünften in prekären Situationen befinden. Sie wissen zunächst nicht, wem sie vertrauen können, haben in den Herkunftsländern oft erfahren müssen, dass der Staat, die Polizei, offizielle Stellen allgemein (und dazu zählen eben auch die Mitarbeitenden der Unterkünfte) homo- und transfeindlich eingestellt sind und eher Gefahr als potentiellen Schutz bedeuten. Zudem sind sie untergebracht mit Menschen, die überwiegend aus Zusammenhängen kommen, in denen Homo -und Transsexualität tabuisiert, verachtet und abgelehnt werden. Zumeist in Mehrbettzimmern untergebracht, müssen LSBTIQ*-Geflüchteten häufig weiter versteckt leben, Angst vor Entdeckung haben und werden überdurchschnittlich häufig Opfer von Diskriminierung und Gewalt, mit anderen Worten: die Verfolgungssituation geht weiter.

Die AG Schulungen der Rainbow Refugees Cologne Support Group e.V. hat deshalb ein Schulungskonzept entwickelt, mit dem Mitarbeitende für die Lage und den Bedarf von LSBTIQ*-Geflüchteten sensibilisiert werden.

Das Ziel ist, Wissen, Aufmerksamkeit und Offenheit für verschiedene sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten sowie die Lebensrealität von LSBTIQ*-Geflüchteten zu schaffen. Dafür geben wir Informationen zur Lage von LSBTIQ*-Geflüchteten – und laden ein zur Arbeit an der eigenen Haltung. Wir bieten einen Rahmen, in dem durch gemeinsamen Dialog und Auseinandersetzung Wissen vermittelt und die Erweiterung des eigenen Horizontes gefördert wird. Dadurch soll in den Einrichtungen ein Klima von Offenheit, Vielfalt und Respekt gefördert werden, so dass möglichst gewalt- und diskriminisierungsarme Räume für LSBTIQ*-Menschen entstehen können. LSBTIQ*-Geflüchteten sollen möglichst früh Informationen über LSBTIQ* als Asylgrund erhalten, Vertrauen zu Mitarbeitenden fassen können und bei Diskriminierung und Angriffen Schutz erhalten.

Zudem haben wir Materialien entwickelt, mit dem LSBTIQ*-Geflüchtete auf Ihre Rechte hingewiesen werden, stehen Ihnen als Ansprechpersonen zur Verfügung und können in konkreten Fällen Hilfe und Unterstützung leisten.

(1) Juli 2018