Anbid Zaman

Geboren 1995 in Dhaka, Bangladesch.
Familie: Eltern und drei Schwestern.

Anbid Zaman

Anbid hat in Bangladesch schon seit seinem 16. Lebensjahr für LSBTIQ*-Rechte gekämpft, war Mitglied der LSBTIQ*-Gruppe Roopban. Die Gruppe veranstaltete öffentliche Events und publizierte das erste LSBTIQ*-Magazin in Bangladesch. Anbid studierte an der Universität in Dhaka Marketing.

Im April 2016 wurden zwei Mitglieder von Roopban von Mitgliedern der Al-Quaida Südasien umgebracht, alle anderen standen auf der Todesliste. Anbid versteckte sich zwei Monate und konnte dann nach Deutschland fliehen für das er eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund humanitärer Gründe erhielt. Zunächst bekam er eine Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre, sie wurde für weitere drei Jahre verlängert.

»Die Ankunft in Köln war toll, aber sehr kalt, trotz Sommer. Wirklich geholfen hat mir, dass ich durch Online-Kontakte schon vorher Menschen hier kannte, das Stadt-Leben gezeigt bekam und schon am zweiten Tag zu baraka, dem Migrant_innen*-Treff in der Kölner Beratungsstelle Rubicon e.V. gehen konnte. Ich hatte eine ganze Zeitlang Angst, ob ich hier wirklich sicher bin als offen Schwuler. Aber dann sah ich die gay Bars in Köln, das offene Leben auf der Straße und das und meine Unterstützer_innen* haben mir sehr geholfen. Ich habe in Deutschland auch rassistische und homophobe Angriffe erlebt, aber hundert Prozent Sicherheit gibt es nirgendwo.«

Anbid möchte in Deutschland weiter studieren, zunächst aber genügend Deutsch dafür lernen. Ein Problem: Durch die Bedrohung in Bangladesch musste er sein Studium abbrechen, ein paar Monate zu früh für eine Anerkennung der Hochschulzulassung in Deutschland. »Die Bürokratie in Deutschland ist manchmal schwer zu verstehen gerade, wenn man noch kein Deutsch kann. Selbst mit Englisch kam ich ohne Unterstützung oft nicht weiter.«

Für ihn überwiegt trotz manch bürokratischer Hürden das Positive: »Ich finde den Satz ›Einigkeit und Recht und Freiheit‹ toll – gerade die Freiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, die Freiheit, eine Organisation zu gründen, sich politisch zu betätigen, das ist ein Gut für das es sich lohnt, sich einzusetzen. Deshalb engagiere ich mich bei der Rainbow Refugees Cologne Support Group e.V. und dem Aktionsbündnis gegen Homophobie. Privat möchte ich irgendwann mit einem Mann eine Familie gründen und mit ihr in Köln leben, was meine zweite Heimat geworden ist. Und meine Eltern wiedersehen.«