Azad Ibrahim

Geboren 1988 in Al-Hasaka, Syrien.
Familie: Eltern, vier Brüder und vier Schwestern, zwei davon leben auch in Deutschland.

Azad Ibrahim

Azad hat 2013 in Damaskus sein Medizinstudium abgeschlossen. Er arbeitete für die Hilfsorganisation ACF (Aktion gegen Hunger) als Erste-Hilfe-Assistenzarzt im Grenzgebiet zum Irak. Schwul war er auch in Syrien, nicht offen, aber man(n) hat sich gefunden, zeitweise hatte er einen Freund. Mit seiner Familie hat er nie über seine sexuelle Orientierung geredet, weiß aber: »Meine Familie ist tolerant, sie unterstützt mich.«

Im Oktober 2014 floh er vor ISIS, die alle Mitarbeiter von ACF persönlich verfolgten und nur noch fünf Kilometer entfernt waren. Er kam im Juni 2015 nach Deutschland und beantragte politisches Asyl. Im Dezember 2015 wurde es ihm gewährt.

Es folgten intensive Deutschkurse, im Mai 2017 bekam er seinen Deutschabschluss C1, ein halbes Jahr Medizinkurs für Mediziner_innen* aus dem Ausland folgte, die Hospitation in einem Kölner Krankenhaus. Azad freut sich auf seine Approbation und erste Stelle als Arzt in Deutschland, was ihm auch einen unbefristeten Aufenthaltsstatus bringen wird.

»Wir brauchen einander, deutsche Einländer und Ausländer. Es ist toll, gay in Köln zu sein, ich liebe den CSD. In der Community ist das Verständnis für die Situation von LSBTIQ*-Geflüchteten mit den vielen Neuankommenden 2016/2017 gestiegen. Und ich wünsche mir im Ganzen noch mehr engagierte Leute in der Community.«